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Tagebuch der Gedanken
leben und leben lassen

Freitag, den 2. Oktober 2015

Nur widerwillig gehe ich dieses Thema an. Es ist mir absolut unverständlich, dass es Menschen gibt, die unmoralisch hohe Löhne kassieren solange es noch Menschen gibt, die in bitterster Armut leben müssen und teilweise sogar verhungern.


Höchstlohn

Seit 11.08.2014 gibt es ein Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns, jedoch fehlt immer noch eine gesetzliche Regelung zur Begrenzung von Höchstlöhne.

Wenn hier von Spitzenverdiener und Managergehälter die Rede ist, dann geht es um Bezüge teils bis zu 15.000.000- Euro pro Jahr (z.B. Herr Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Martin Winterkorn). Das sind 500 mal mehr als ein gut verdienender Facharbeiter für gute Arbeit erhält. Es sei die Frage erlaubt, wie es zu solch hohen Gehaltszahlungen kommen kann?

Es ist scheinbar die Gier nach Reichtum die gewisse Entscheidungsträger und Manager blind macht. Die Umwelt wird nicht mehr so gesehen wie sie in der Realität ist. Kinder und Erwachsene die aus Armut verhungern, Mitbürger deren Einkommen für ein Leben in Würde nicht ausreicht, werden ignoriert.

Wenn die Manager solcher Unternehmen selbst nicht in der Lage sind, zu entscheiden was gerecht und was unmoralisch ist, muss schleunigst eine gesetzliche Regelung her. Zwar gab es in den vergangenen Jahren Diskussionen um die Einführung eines Gesetzes zur Regelung eines Höchstlohns, jedoch ohne dass ein Beschluss gefasst worden wäre. Mit allen nur denkbaren Gegenargumenten wollen Wirtschaft und Politiker eine Gesetzgebung verhindern.

Bereits am 9.12.2007 forderte, laut FOCUS Online, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, eine Obergrenze für Einkommen. Bis heute ohne Erfolg.

EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla sagte: „Für mich gibt es sowohl eine moralische Untergrenze als auch eine moralische Obergrenze von Gehältern.“ Wenn ein Manager das Hundertfache eines Arbeiters verdiene, sei die moralische Obergrenze sicherlich überschritten.

  Ein Gegenargument der Gierigen: z.B. die Vertragsfreiheit

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 11. Mai 2010 u.a. "Eine Gehalts-Obergrenze kann es nicht geben, weil das gegen die Vertragsfreiheit des Grundgesetzes verstößt."

Im Gegenteil. Ein Beispiel. Um an fremdes Geld zu kommen gibt es folgende illegale Möglichkeiten: Diebstahl, Bankraub, Einbruch, Übefall, Erpressung, Betrug. Managergehälter, soweit sie unmoralisch hoch sind, sind letztendlich auch nichts anderes als ein Weg um fremdes Kapital, dem, der es erwirtschaftet hat (z.B. die Belegschaft eines Unternehmens) zu entziehen. Dabei spielt es keine Rolle ob der Manager seinen Gehalt selbst festgelegt hat oder ob dies von einem Gremium per Vertrag beschlossen wurde. Unmoralisch ist diese Art der Geldbeschaffung genau so wie Diebstahl, Bankraub, Einbruch u.s.w.

  Verschleierungstaktik, der Trick mit dem  Boni

Um die hohen Managergehälter zu rechtfertigen wird gerne in die Trickkiste gegriffen und dies mit Bonizahlungen zu begründen. Aber Hallo. Stellen wir uns vor, ein Hlfsarbeiter kommt ins Lohnbüro und sagt: "Chef ohne Boni bring ich nur halbe Leistung". Was macht der selbe Manager, der für gute Egebnisse Boni in Millionenhöhe kassiert? Er setzt den Hilfsarbeiter kurzer Hand vor die Türe. Warum? Weil er von jedem Mitarbeiter erwartet, dass er für seine Firma das Beste gibt. Mit Recht. Und der Boss?

Harald Christ, Wirtschaftsfachmann im Kompetenzteam des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier fordert u.a. eine Haftung für «Minderleistungen» der Unternehmensbosse in Deutschland. Das sieht schon akzeptabler aus.

  Der Trick mit der Verantwortung

Hohe Verantwortung rechtfertigen hohe Gehälter. Da mag schon etwas wahres daran sein. Aber wer hat denn eine größere Verantwortung, der Entwicklungs - ingenieur, der z.B. für das Lenksystem oder Bremssystem eines KFZs verantwortlich ist oder der hochbezahlte Konzernchef? Ein Beispiel: Wenn der Entwicklungschef Mist baut kann es Menschenleben kosten, wenn der Konzernchef Mist baut, bekommen die Aktionäre weniger Diffidente. Also nocheinmal: wer hat die größere Verantwortung? Mit Sicherheit nicht der Chef.

 Der Boss arbeitet mehr als 35 Stunden in der Woche

Auch das ist richtig. Aber er arbeitet nie und nimmer 17.500 Stunden in der Woche.

  Und was unternimmt unsere Regierung?

Na was schon? Nichts.

Im Streit über Gehaltsobergrenzen für Manager hat die Bundesregierung Forderungen nach gesetzlichen Regelungen eine klare Absage erteilt. Unternehmen und Aufsichtsräte sollen selbst entscheiden. Ein Vorstoß der SPD wurde als unrealistisch kritisiert.

"Die Bundeskanzlerin selbst lehnt ausdrücklich gesetzliche Obergrenzen bei Managervergütungen ab“, sagte Vize - Regierungssprecher Thomas Steg. Die Höhe der Bezüge sei allein Sache der Unternehmen und der Aufsichtsräte. Das SPD-Präsidium setzte ungeachtet dessen eine Arbeitsgruppe zur Überprüfung der Bezüge von Spitzenmanagern ein.

  Ein Hoffnungsschimmer am Horizont

Harald Christ, Wirtschaftsfachmann im Kompetenzteam des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, hat laut Bericht vom 16.08.2009 des Financial Markets & Media GmbH eine Begrenzung der Managergehälter gefordert. Er wolle die Einkommen von Vorständen auf eine halbe Million Euro jährlich begrenzen.

Ein anderer aktueller Vorschlag:
Demnach soll ein Lohn „dann sittenwidrig hoch sein, wenn er - bezogen auf ein einzelnes Unternehmen - das Zwanzigfache des Vollzeitlohns in der niedrigsten Lohngruppe des Unternehmens überschreitet“

Machen wir uns den Spaß und rechnen den Gehalt
eines Managers aus:

Unternehmensgröße  

 Qualifikationen / Lohnfaktoren

klein   

groß   

 Ausgangsgehalt Facharbeiter

3.000,-

3.000,- 

 Lohnfaktor Studium

1.500,-

1.500,- 

 Kompetenz als Ingenieur

2.000,-

2.500,- 

 Kompetenz in Betriebswirtschaft

2.000,-

3.000,- 

 Kompetenz in Marktwirtschaft

2.000,-

5.000,- 

 Geschäftleitungsverantwortung

2.000,-

6.000,- 

 Doppelte Arbeitszeit

12.500,-

21.000,- 

 Boni

?*   

?*    

 Vernünftiger Monats-Brutogehalt

25.000,-

42.000,- 

Das entspricht einem Jahresgehalt von 300.00- Euro bis 504.000,- Euro.
* Der Autor lehnt grundsätzlich Bonizahlungen ab, weil er der Meinng ist, jeder Mitarbeiter hat freiwillig seine bestmögliche Leistung zu bringen. Alles andere hat ein Geschmäckle von Erpressung.

Weitere Kommentare sind wohl überflüssig. Jetzt sind die Politiker an der Reihe und das heisst warten. - Fast verständlich sie bekommen ja keine Boni. Die Bosse leben gerne. Ok. Aber die anderen leben genau so gerne. Schon mal daran gedacht?

 

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