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Tagebuch der Gedanken
leben und leben lassen

Samstag, den 22. August 2015

Damit das hochemotionale Thema nicht aus dem Ruder läuft muss ich meine Gedanken zu einem logischen Ablauf zwingen. Logisch heist in diesem Fall nach Heimat kommt "Wohnung". Na ja, logischer wäre eigentlich, wenn ich mit Wasser und Nahrung begonnen hätte, denn ein Essen ist eben notwendiger als eine Heimat. So gesehen habe ich das Thema von hinten aufgezogen und werde logischer Weise in dieser Reihenfolge weiter fortfahren.


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Foto von pixabay

Wohnen

Die Frage muss ja kommen:

Welcher Wohnungsinhaber fühlt sich in seiner Wohnung wohler? Der auf dem linken Bild oder der auf dem rechten Bild?

Eine eindeutige Antwort wird es nicht geben. Jede Kultur hat ihre eigene Vorstellungen von einer Wohnung. Als Europäer fällt es uns schwer in Wohnungsvorstellungen anderer Kulturen hineinzudenken, deshalb bleiben wir beim Philosophieren besser im eigenen Land.

Nun können wir, je nach unserer Vorstellungskraft, Wünsche über eine "wohngerechte" Wohnung entwickeln und auf einer imaginären Liste setzen. Aber brauchen wir tasächlich alles was auf dieser Wunschliste steht um glücklich und zufrieden leben zu können?

Beispiel Nasszelle. Eine Wohnung ohne Nasszelle ist für einen Deutschen kaum vorstellbar. Wolfgang von Goethe brauchte keine und doch muss er sich in seiner Wohnung wohlgefühlt haben. Wie sonst hätte er seine Werke schreiben können.

Ebenso hatten unsere Vorfahren weder Garage mit Auto, noch Kühlschrank, Gefriertruhe, Geschirrspülmaschine, Waschmaschine und Wäschetrockner. Selbst ohne WC mit Wasserspülung mussten sie auskommen. Ganz zu schweigen von Radio, Ferseher, Internet und sonstigen technischen Unterhaltungseinrichtungen. Das alles ist obligatorisch für eine Standardwohnung von heute.

Nun gibt es auch Luxuswohnungen. Die Abgenzung zwischen einer normalen Wohnung und einer Luxuswohnung mag in manchen Fällen etwas schwammig sein. Sauna, Swimmingpol und Badearmaturen mit vergoldeten Wasserhähnen, im fernen Hafen noch eine Yacht. Bleibt die Frage: Braucht Mann/Frau das zum Leben?

Spitz gesagt: Die Bewohner der westlichen Welt brauchen mehr als sie brauchen und mehr als sich die übrige Welt leisten kann.

Vergessen wir nicht dass es selbst bei uns in Deutschland Wohnungslose, Harz 4- und ALG II-Empfänger gibt, die mit weit weniger auskommen müssen.

Dann gibt es noch viel zu viel regulär arbeitende Menschen, denen die auf der linken Seite skizzierte Wohnungsausstattung einer Standardwohnung ein Wunschtraum ist und wohl für immer bleibt.

Irgendwie ist da ein masives Ungleichgewicht zwischen einer Luxuswohnung und einer notdürftigen Behausung in einem stinkenden, mit Ratten bewohnten, Kanal (siehe Heimatlos). Unter leben und leben lassen verstehe ich eigentlich etwas anderes.

Es ist schön eine gut ausgestattete Wohnung in bester Lage sein eigen nennen zu können. Eine angemessene Ausstattung ist nicht nur für den Besitzer angenehm sondern sorgt auch durch Beschaffungen und Instandhaltung für eine funktionierende Wirtschaft. Genieße als Besitzer eines schönen Heimes dein Leben und betrachte es als deine Pflicht, etwas von deinem Glück an deine Mitmenschen zurück zu geben.

Bist du Besitzer einer Luxusvilla mit allem Pipapo, dann geh mal ehrlich mit dir ins Gericht und frage dich, warum du dir das leisten kannst? Eine Sauna ist sicher noch kein Zeichen von Luxus. Aber alles Zusammen? Bist du sicher, dass du nicht auf ander Leute Kosten lebst und kannst du mit ruhigem Gewissen dein Leben leben, solange auf unserem Globus noch Menschen verhungern?

 

 

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